In meinen letzten Coachings ging es immer wieder um das Thema „Entscheidungen treffen“. Wie treffe ich für mich passende Entscheidungen? Wie finde ich heraus, was für mich „richtig“ ist, um dann die passende Entscheidung zu treffen?
In einem meiner Coachings stellte sich heraus, dass meine Coachee im Berufskontext eigentlich nie pro-aktiv eine Entscheidung für einen Job getroffen hat, sondern immer die Unternehmen darüber entscheiden lassen hat, ob sie dorthin passte oder nicht. Als Konsequenz findet sie sich regelmäßig in Jobsettings wieder, die frustrierend und wenig erfüllend sind.
In einem anderen Coaching hatte meine Coachee so viel Ideen im Kopf, dass sie völlig überfordert war, in welche berufliche Richtung sie denn nun gehen wollte.
Im ersten Fall ging es also zunächst einmal darum herauszufinden, aus welchem Grund meine Coachee ihre Entscheidungsfreiheit überhaupt aus den Händen gegeben hat und was sie davon abhält, selbst Entscheidungen zu treffen. Im zweiten Fall haben wir uns gemeinsam angeschaut, welche Art der Entscheidungsfindung zu meiner Coachee passt und was bislang immer gut funktioniert hat und was sich gut anfühlt.
Ich spreche hier nicht von Pro- und Kontra-Listen, sondern vom Zusammenspiel von Kopf und Bauch. Ratio und Intuition. Viel zu oft „zerdenken“ wir unsere Entscheidungen. Wir drehen sie im Kopf hin und her, hin und her, bis wir uns selber völlig zermürben und vor lauter Erschöpfung irgendwann den Wald nicht mehr sehen vor lauter Bäumen.
Was an solchen Stellen hilft ist, einmal zurück zu treten und nicht den Anspruch zu haben, rational alle Entscheidungen herbeizuführen. Zurückzutreten, wie in Situationen, in denen uns beispielsweise ein Wort oder ein Name nicht einfällt und wir und sagen „Egal, ich höre auf, darüber nachzudenken, das kommt schon von selber wieder.“. Zurückzutreten und in den Körper zu „gehen“. Sei es durch Sport, Bewegung, Meditation. Und so wieder Abstand zu schaffen, durchzuatmen, den Druck rauszunehmen. Und dann mit einem breiteren Blick, einer höheren Flughöhe wieder auf das Thema zu schauen und auch darüber hinaus zu schauen, was es vielleicht gerade im eigenen Umfeld für Inspirationen, Ideen, Synchronizitäten gibt, die uns helfen können bei unserer Entscheidungsfindung.
